Emergency Resilience auf Neuwerk: Partizipative Stärkung der Notfallvorsorge auf einer tideabhängigen Insel

Emergency Resilience auf Neuwerk: Partizipative Stärkung der Notfallvorsorge auf einer tideabhängigen Insel

Was passiert, wenn eine Insel den Notfall gemeinsam denkt? Für Neuwerk wurde mit dem Emergency Resilience Lab ein offener, partizipativer Raum geschaffen, in dem Inselbewohner:innen, Behörden und Besucher:innen Risiken sichtbar machten, Erfahrungen teilten und unter realen Inselbedingungen gemeinsam praktikable Wege zu mehr Notfallresilienz entwickelten.

Ort

Neuwerk

Jahr

2025-2026

Kunde

Freie und Hansestadt Hamburg – Behörde für Umwelt, Klima, Energie & Agrarwirtschaft (BUKEA), Abteilung Naturschutz | Referat Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer, RescueMe Projekt (Conexiones improbables)

Worum es ging


Neuwerk ist durch Insellage, Gezeiten und Wetter besonders anfällig für Notfälle wie Sturmfluten, Brände oder medizinische Evakuierungen. Ziel des Projekts war es, gemeinsam mit Inselbewohner:innen, Behörden und weiteren Akteur:innen ein geteiltes Verständnis von Risiken, Zuständigkeiten und Abläufen zu entwickeln und konkrete Ansatzpunkte für eine stärkere Notfallresilienz zu identifizieren.

Dazu konzipierte und moderierte ich eine mehrstufige Workshoparchitektur: einen Online-Workshop mit Behördenvertreter:innen zur Klärung zentraler Akteur:innen, zur Definition von „Notfall“ im Kontext Neuwerks und zur Analyse bestehender Einsatzprozesse, sowie ein Pop-Up Emergency Resilience Lab auf Neuwerk als offenes Beteiligungsformat. An interaktiven Stationen wurden Risiken kartiert, Abläufe überprüft, Erfahrungen geteilt und realistische Lösungsansätze entwickelt und bewertet.

Ein abschließender Online-Workshop diente der gemeinsamen Auswertung und Priorisierung. Die dokumentierten Ergebnisse mündeten in 2–3 umsetzbare Maßnahmen mit klarer Verantwortungszuordnung.


Wirkung


Der Prozess machte relevante Sicherheits- und Kommunikationslücken im bestehenden Notfallmanagement sichtbar und verband formales Behördenwissen mit lokalem Erfahrungswissen der Inselbewohner:innen.
Durch den dialogischen und offenen Ansatz entstand ein gemeinsames Lagebild über Risiken, Verantwortlichkeiten und realistische Handlungsspielräume. Gleichzeitig stärkte das Projekt die Vernetzung und den Austausch zwischen verschiedenen Behörden, lokalen Akteur:innen und der Inselgemeinschaft und legte eine tragfähige Grundlage für umsetzbare Maßnahmen zur langfristigen Stärkung der Notfallresilienz Neuwerks.

Meine Rolle


  • Methodische Konzeption und Gesamtgestaltung des partizipativen Prozesses

  • Entwicklung der mehrstufigen Workshop-Architektur (Online-Workshops & Pop-Up Lab vor Ort)

  • Hauptmoderation der Workshops mit Inselbewohner:innen, Behörden und weiteren Akteur:innen (online & vor Ort)

  • Übersetzung lokaler Erfahrungen und institutioneller Perspektiven in gemeinsame Prozess- und Risikoanalysen

  • Konzeption und grafisches Design der Workshopmaterialien und interaktiven Elemente

  • Systematische Dokumentation, Auswertung und Verdichtung der Ergebnisse

  • Begleitung der Priorisierung sowie Klärung von Verantwortlichkeiten für die nächsten Schritte

  • Projektmanagement